Der Lindenberger Heimatpfad

Die Idee zu einer neuen Wanderroute rund um Lindenberg kam Traugott Frieß 2005. Mit Hilfe von Siegfried Nickel, der aus dem von der Gemeinde gestellten Holz die Schilder hierfür fertigte, und Rolf Bäppler verwirklichte der Initiator dann 2006 den "Lindenberger Heimatpfad". Er kann in drei bis vier Stunden Gehzeit, ab der Bushaltestelle (zentraler Platz bei kath. Kirche), erwandert werden, wobei er sowohl zu Sehenswürdigkeiten wie auch zu schönen Aussichtspunkten führt, dabei seit 2008 auch an sehenswerten hölzernen Skulpturen an seinem Wegesrand vorbei.

    

Von Kettensägen-Künstlern gefertigte Holzskulpturen am Wegesrand machen den Heimatpfad zum "Naturkunstweg": zu entdecken gibts den "Denker" (Bild links), das "umschlungene Herz" (Bild rechts)...

 

...den "Elchkopf" mit seinen mächtigen Schaufeln (Bild links) oder den "Geißbock" (Bild rechts)
  

1. Wegebeschreibung

Ab dem Startpunkt (s. o.) führt der Weg zunächst über die Spelzenackerstraße in die Lambrechter Straße, wo gleich nach deren Schranke, am Beginn ihrer schmaleren Fortsetzung zur Siedlung Dörrental, rechts der neue "Panorama-Weg" abgeht, der direkt zum Loblochstein (s.u.) und weiter auf den sog. Lattrell-Pfad führt. Leicht ansteigend trifft dieser auf eine ca. 200 Jahre alte Buche, mitten in einem wunderschönen Mischwald, um danach die Joppenholzer Quelle zu passieren.

    

Mit ihrem mächtigen Wurzelwerk fest im Waldboden verankert: die etwa 200 Jahre alte Buche

    Ihr frisches Wasser spendet die Joppenholzquelle

Nun auf den "Wassrigen Weg" stoßend und auf diesem weiter geht es zunächst an einem Wasserhochbehälter, dann abwärts, entlang dem Schlangenbach, an Pferdekoppeln und einem Waldspielplatz vorbei. In scharfer Linkswende steigt nun der Weg an, um kurz danach in den an den Silbertaler Förster Christof Seckner (1886-1921) erinnernden "Seckner-Pfad" zu leiten, der auf einen breiten Weg führt, auf dem es zum Parkplatz an der "Alten Deponie" (oberhalb der Cyriakus-Kapelle) weitergeht. Dort angelangt, führt ein Pfad zur Cyriakus-Kapelle, wo sich ein wunderbarer Ausblick auf Lindenberg erschließt.

Blick von der Cyriakus-Kapelle auf das südliche Lindenberg

Wieder zurück zum Parkplatz an der "Alten Deponie" geht es nach der Überquerung der K16 auf dem "Hochzeitsweg" weiter, dann rechts dem Fahrweg folgend an der "Dicken Buche" vorbei bis zur "Vier-Wege-Kreuzung".

Die "Dicke Buche" reckt imposant ihre mächtige Krone in den Himmel 

Über den dort anbindenden Höhenweg, der auch Sonnenweg bzw. Gerhard-Pardall-Weg heißt, gelangt man zu mehreren Aussichtspunkten, die beste Ausblicke auf Sehenswürdigkeiten oder die darunter liegenden Dorfteile von Lindenberg gewähren. In seinem Schlußstück führt der Heimatpfad dann abwärts Richtung Nonnental, wo kurz davor ein Pfad rechts abzweigt, auf dem weiter, nach ca. 400 m, nun die Häuser der unteren Hauptsstraße sichtbar werden. Am Neubaugebiet vorbei und danach bei der Teufelsschleife (siehe -->Thema spezial)  die K16 überquerend, folgen wir dem Weg zurück in die Dorfmitte und zum Ausgangspunkt.

Schöne Sicht auf die Cyriakus-Kapelle beim "Cyriakus-Blick"

  


Absolutes Schmuckstück des Lindenberger Heimatpfades ist die Cyriakus-Kapelle auf dem Kirchberg. Diesbezüglich wird auf die bereits an anderer Stelle gemachten Ausführungen verwiesen (siehe -->Lindenberg (Pfalz)). Daneben ist der Loblochstein einer der interessantesten Punkte, dem gerade der Lindenberger Heimatpfad viel geholfen hat, indem zu dessen Einrichtung der Loblochstein von verdeckendem Buschwerk und Gehölz befreit und so wieder mehr sichtbar wurde, was ihm wiederum größere Aufmerksamkeit in der Presse eintrug. Dies war mit ein Grund, daß der Lambrechter Förderverein Sauerbrunnen ihm bei seiner Glühwein-Wanderung (2008) seine Aufwartung machte, wobei mir oblag, in Vertretung des Vorsitzenden Karl Heinz Himmler, den Vortrag über diesen Gedenkstein zu halten. Ihm entsprechen die nachfolgenden Ausführungen.

  

2. Der Loblochstein

Der 3,6 m hohe und 1 m breite Loblocher Gedenkstein stellt der Form nach ein stehlenartiges Monument mit geschwungenem Aufsatz dar, das aus rotem Sandstein gefertigt ist. Ursprünglich sollte es mit einem bayerischen Löwen, der in seinen Pranken eine Kugel hält, bekrönt werden, worauf aber auf Weisung der damaligen bayerischen Regierung verzichtet werden mußte.


Der Loblochstein zum Gedenken an den Loblocher Walderwerb im Jahr 1841

Auf seiner talwärts gewandten Frontseite befindet sich eine Huldigungsinschrift, die König Ludwig I. von Bayern gewidmet ist und die lautet:

"Seiner Majestät / DEM KÖNIG LUDWIG I. / VON BAYERN / Pfalzgraf bei Rhein / DEM / GERECHTEN / und / BEHARRLICHEN / DIE / dankbare Gemeinde / LOBLOCH / MDCCCXLI"

(Kleine Exkursion: "MDCCCXLI" am Ende der Inschrift ist die lat. Angabe für das Jahr 1841. Es ergibt sich wie folgt: M=milia=1000, D=quingenti=500, C=centum=100x3=300, L=quinquaginta=50, in Addition ergibt sich die Summe 1850, von der, weil zu groß, X=decem=10 vor dem "L" subtrahiert wird zur neuen Summe 1840 und die, nun zu klein, um I=unus=1 nach "L" erhöht wird zur nun korrekten Zahl 1841)

Das angegebene Jahr 1841 gibt das Jahr für die Errichtung des Loblochsteins an. Im übrigen hat die damalige bayerische Regierung nicht nur in die Gestaltung des Gedenksteins eingegriffen, sondern auch in seinen Text. So mußte die vorgesehene Formulierung, "auf Seiner  König Allerhöchst zu befehlen geruht", ebenfalls weggelassen werden.

Die Geschichte des Gedenksteins geht zurück auf den Erwerb eines Waldstreifens durch die Gemeinde Lobloch aus dem damals bayerischen Staatswald im Jahr 1840, der durch ein "wohlwollendes" Angebot von König Ludwig I. von Bayern zustande kam und zu dessen Dank der Loblochstein dann errichtet wurde.

Lobloch, mit seiner Orts- und Flurgemarkung zwischen Gimmeldingen und Mußbach, wird erstmals 1217 urkundlich erwähnt. Die ursprüngliche Nennung "Loppinlo" ist als "Wald des Loppo" zu deuten. 1926 wurde auf seiner Mark ein Mithras-Heiligtum entdeckt, das auf römische Siedlungsspuren um 325 n. Chr. hinweist. Im 13. Jh. gehört Lobloch zur Pfalzgrafschaft bei Rhein. Es wird Ende des 14. Jh. bis 1655 von den Kurfürsten als Lehen vergeben, über die längste Zeit dabei an die Ritter von Flersheim (1468-1655). Es wird (z.B. 1584 mit nur 28 geschätzten Einwohnern) als die kleinste unter den 41 Gemeinden im kurpfälzischen Oberamtsbezirk Neustadt genannt und zwar - übrigens zusammen mit St. Lambrecht (lt. Sitzmann) - als die ärmste unter diesen. Ungeachtet davon, daß das St. Lambrechter Dominikanerinnenkloster zum halben Anteil am "Weinzehnt zu Luppelloch" berechtigt war, so gem. Zinsbuch des St. Georgien-Spitals zu Speyer von 1537.

"Umzingelt" von den Nachbargemeinden Gimmeldingen, Mußbach, Königsbach, hatte Lobloch keinerlei Wald aufzuweisen. Zwar existierte ein Waldvertrag von 1492, er stand den Loblochern jedoch nur das Sammeln von losem Holz im gemeinsamen Gimmeldinger-Haardter Wald zu, das in Körben heimgetragen werden mußte. Ähnliches galt auch hinsichtlich des Mußbacher Waldes. Diese dürftigen Verhältnisse bedeuteten für die weinbautreibende Gemeinde ein Fanal. Mitte des 18. Jh. war die Gemeinde wirtschaftlich verarmt, die Bürger größtenteils in die Nachbarschaft "ausgewandert", viele Häuser leer, so daß Kurfürst Carl Theodor am 15. April 1750 die Incorporierung (Einverleibung) nach Gimmeldingen verordnete.

Die mit dem Zusammenschluß geweckte Hoffnung der Loblocher, nun auch in den vollen Genuß des Gimmeldinger Waldes zu gelangen, so etwa auf Einschlag stehenden Holzes und dessen Abtransport mittels Fuhrwerk, erfüllte sich nicht. Die Gimmeldinger pochten auf den Fortbestand des Vertrages von 1492. Und so blieben die Loblocher Bürger zweiter Klasse, die ihre Kinder (bis 1835) nach Mußbach zur Schule schicken und dort auch ihre Toten bestatten mußten.

90 Jahre nach der Einverleibung und nachdem 1816 die Pfalz an Bayern gekommen war, erwarben die Loblocher 1840 eigenen Wald. Die Gelegenheit dazu ergab sich, als 1839 König Ludwig I. "aus allerhöchster Huld und Gnade" den Erwerb dieses aus zuvor fürstbischöflichem, zwischendurch Hirschhorner Lehen, hervorgegangenen Staatswaldstreifens erlaubte (siehe dazu auch unter --> Wald Hirschhorn). Dazu vermerkt das Gimmeldinger Gemeindeprotokoll vom 14. März 1840:

"Die von Seiner Majestät dem Könige durch höchste Finanzministerial-Entschließung vom 2. September vorigen Jahres der Annexe Lobloch zugedachte Waldparzelle Lindenberg mit einem Flächengehalte von 282 Tagwerken soll von den sämtlichen Bewohnern Loblochs als unveräußerliches Gemeindegut zum Kaufpreis von 18.340 Gulden für die Gemeinde Lobloch erworben werden."

Das war viel Geld. Die paar in Gimmeldingen "einverleibten" mutlosen Loblocher Weinbauern zögerten. Da zeigten sich die beiden Gutsbesitzer Friedrich Guinandt aus Neustadt und Nikolaus Mummert aus Gimmeldingen, die beide im Ortsteil Lobloch begütert waren, im November 1840 zu großzügigen Geldgeschenken bereit, und der Wirt Johann Lingenfelder schloß sich ihnen an. Jetzt erst wurde der Ortsbürgermeister Lingenfelder mit dem Ankauf des Waldes für die Annexe Lobloch betraut. Die Antwort aus München war nach Klärung der erwähnten Detailfragen positiv:

"Seine Majestät der König haben gnädigst zu genehmigen geruht, daß der Denkstein, welchen die Gemeindeglieder von Lobloch in dem Lindenberger Forste auf ihre Kosten zu errichten beabsichtigen, um ihre dankbaren Gesinnungen für die Allerhöchste Huld und Gnade, welche den Gemeinden Lobloch und Gimmeldingen durch die Überlassung der Waldparzelle Lindenberg zu Theil geworden ist, an den Tag zu legen, nach dem vorgelegten und anbei zurückfolgenden Entwurfe, jedoch mit Hinweglassung des oben angebrachten Löwen ausgeführt werden dürfe und die Inschrift nachfolgende Fassung erhalten solle:... Zugleich haben Seine Majestät der König Allerhöchst zu befehlen geruhet, daß besagter Gemeinde ausgedrückt werden solle, wie Allerhöchstdemselben dieser Ausdruck ihrer Dankbarkeit recht erfreulich gewesen sey."

Das auch nach den Geldspenden verbleibende Finanzloch sollte durch eine Umlage auf die Feuerherde aller Loblocher unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Vermögensverhältnisse binnen zehn Jahren geschlossen werden. So blieb auch noch Geld für den Loblochstein. Er sollte zur Erinnerung an den denkwürdigen Wald-Erwerb dienen und den Dank an den König bezeugen. Voll als Gimmeldinger Mitbürger anerkannt wurden die Loblocher erst 1860, als die Waldschulden bis auf einen kleinen Rest, der aus der Gemeindekasse bezahlt wurde, getilgt waren und der Doppelort amtlich Gimmeldingen-Lobloch benannt worden ist.

Zu den ersten, die dem Denkmal ihr Interesse erwiesen, zählte Seine Majestät höchstpersönlich. Auf der Chaussee in der sechsspännigen Kutsche von Kaiserslautern kommend (die Eisenbahn gab es noch nicht) wurde er von jungen Loblochern erwartet, in aller Form begrüßt und auf den von hier aus zu sehenden Gedenkstein verwiesen. Was Ludwig I. hoch erfreute und - der Überlieferung nach - zu dem Satz veranlaßte: "So, habt ihr ihn gesetzt!"

Der heutige Status des einstigen Loblocher Waldes: Er gehört der Stadt Neustadt, seine Fläche von 96ha aber ist steuerrechtlich und hoheitlich der Gemeinde Lindenberg und damit der Verbandsgemeinde Lambrecht und dem Landkreis Bad Dürkheim zugeordnet. Seinen südlichsten Punkt kennzeichnet der Loblochstein, von wo er sich in einem schmalen Streifen zwischen Dörrental und Lindenberg nach Norden zieht. Im übrigen hin zu einer 3,30 m breiten und 80 cm hohen Felsbank, einem Dreimärker, wo die Anrainer Deidesheim, Hirschhorn (jetzt Lindenberg) und seit eben 1840 Lobloch (jetzt Neustadt) zusammentreffen und die in Vulgärsprache als "Nonnenbrunz" bezeichnet wird (siehe auch unter --> Wald Hirschhorn). Angemerkt sei auch noch, daß die sich vom ehemals Loblocher Wald in Richtung Lindenberg hinziehende Waldung früher den Lohwald bildete, aus dem die ehemalige Gerberei im Lambrechter Kupferhammer ihre Gerberlohe gewann und von daher der Gerbers-Berg seinen Namen hat.


3. Zelebrierten am "Heimatpfad" einst keltische Druiden heilige Riten?

Das älteste zivilisatorische Relikt, das menschliche Spuren in Lindenberg bezeugt, stellt eine 1926 bei Wasserleitungsarbeiten im Ortsbereich gefundene Fibel bzw. Gewandnadel aus Bronze dar. Gemäß ihrer Art und insbesondere ihres Materials, aus welchem sie gefertigt wurde, entstammt sie der Bronzezeit, die in Mitteleuropa um das 2. Jahrtausend v. Chr. begann und in den meisten Regionen um 800-700 v. Chr. endete. Als ehemaliger Benutzer des antiken Gebrauchsgegenstandes wird ein bronzezeitlicher Jäger vermutet, der mit der Nadel einst seine Kleidung zusammensteckte, um diese so besser tragen zu können.

Wenn nach dem relevanten Zeitraum bereits so früh schon Menschen im Lindenberger Tal unterwegs waren, dann dürfen wir annehmen, daß dieses Tal als Teil ihres weitläufigen Lebensraums auch schon von Angehörigen der frühesten europäischen Völker gelegentlich aufgesucht wurde, um darin kurz- oder längerfristig zu verweilen. Unter diesen dürften zuallererst Kelten anzuführen sein, über die seit dem 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. bereits griechische Quellen berichteten und die sich wahrscheinlich schon im zweiten vorchristlichen Jahrtausend in einer Urkernzone des süddeutschen-böhmischen Raumes als Bauern- und Kriegervolk herausgebiildet haben dürften. Und diese Kelten hätten vielleicht sogar einen triftigen Grund dazu gehabt, das Lindenberger Tal bevorzugt aufzusuchen!

Anlaß zu dieser gewagten Theorie gibt uns eine Pflanze, die wir im hinteren Lindenberger Tal, am dort über den Talweg führenden und dabei dem Schlangenbach folgenden "Heimatpfad", ausfindig machen können. Diese soll bei den Kelten einen heiligen Status genossen haben, weshalb sie keltische Druiden zu heiligen Zeremonien genutzt haben sollen! Bei dieser Pflanze handelt es sich um den "Schachtelhalm", in der neben dem Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) und dem Waldschachtelhalm heimischen Art des "Sumpfschachtelhalms", eine kräfitig grüne Staudenart (Geophyten) mit sprossenartigen Stengeln (ohne Nebentriebe!), ähnlich dem Bambus.

Der Name "Schachtelhalm" rührt von den Einzelsprossen dieser Pflanzenart, die, wie der Innenteil im Außenteil einer Streichholzschachtel, ineinanderstecken. Wie häufig oder selten diese Pflanze in unserem Raum anzutreffen ist, kann nicht angegeben werden, aber im hinteren Lindenberger Tal, am dieses durchfließenden Schlangenbach, wo diesem ein unscheinbares Rinnsal von links seine milde Wassergabe zuführt und dabei eine prägnante "Naßzone" ausbildet, scheint dieser Schachtelhalm seinen idealen Lebensraum gefunden zu haben.

     Der "Schachtelhalm" am Lindenberger Heimatpfad

Wielange diese "heilige Pflanze" an dem beschriebenen Ort existiert, ist nicht nachvollziehbar. Aber wir dürfen angesichts der sich nur in größeren Jahrtausendschritten und somit aus menschlicher Sicht sehr langsam vollziehenden Veränderungen in geologischer, klimatischer wie auch vegetativer Hinsicht davon ausgehen, daß zur Zeit der Kelten das Lindenberger Tal nicht wesentlich andere Bedingungen bot als heute. Was bedeuten könnte, daß der "Schachtelhalm" möglicherweise schon zu keltischer Zeit im hinteren Lindenberger Tal heimisch war. Und so können wir uns dort vielleicht auch einen "Druidenhain" als Stätte vorstellen, wo einst Druiden mit der "heiligen Pflanze" ihre heiligen Riten zelebrierten.

Als das Christentum sich auszubreiten begann, hat dieses gerade von den Kelten manches übernommen, Zeichen und Symbole, wie vor allem das "keltische Kreuz"! Die Verbreitung des Christentums schritt oft nur voran im Adaptieren heidnischer Sitten und Bräuche. Ob "Jakobsjünger" auf einer der beiden Hauptrouten der saarländischen Jakobswege, kurz vor dem Grenzübergang nach Frankreich, einen solch adaptierten Brauch bewußt praktizieren, kann nicht bestätigt werden. Jedenfalls aber geht die Kunde, daß an einer Stelle dort, wo ebenfalls der "Schachtelhalm" gedeiht, dieser von den Pilgern zum gängigen Ritual genutzt wird, ein aus dessen Stengeln gebundenes Kreuz an einer nahen Kapelle anzubringen, um so Schutz für ihre Pilgerreise zu erbitten. Und so scheint, wie schon zur Zeit der Kelten, der "Schachtelhalm" noch heute als "heilige Pflanze" dort verehrt zu werden.

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